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Wenn Earth Overshoot Day und Muttertag auf einen Tag fallen...

Wenn Earth Overshoot Day und Muttertag auf einen Tag fallen...


...wie heute, der 10. Mai. Bei mir löst das widersprüchliche Gedanken und Gefühle aus.


Das hat zum einen mit der Historie des Muttertags zu tun, der in Europa kommerziell importiert und im Nationalsozialismus politisch instrumentalisiert wurde. Heute lastet er unter kollektiven Erwartungen: Geschenke, Blumen, Familientreffen – oft ohne Hinterfragen, um Mütter nicht zu kränken oder undankbar zu wirken.


Für mich steht der Tag für ein archetypisches Prinzip: bedingungslose Zuwendung, Akzeptanz und Liebe. Mütterliche Instinkte – schützen, nähren, fürsorglich lieben –, die in jedem Menschen und in der Natur angelegt sind. Unabhängig von Geschlecht oder gesellschaftlichen Rollen. Es ist unsere menschliche Natur.


Warum wenden wir diesen Instinkt nicht konsequent auf unsere Mutter Erde an?


Heute haben wir in Deutschland die jährlichen regenerativen Reserven vollständig verbraucht. Ab morgen beuten wir die Erde aus. In Italien, wo ich lebe, war der Earth Overshoot Day schon vor einer Woche.


Politische Rücknahmen von Klima-Maßnahmen verschieben ihn weiter vor.


Stattdessen verdrängen wir das – und überlagern es mit individuellen Bedürfnissen: Kilometerweite Autofahrten, aufwendig verpackte Geschenke, die ökologisch fragwürdig sind.


Sinn macht stattdessen: Beziehungen pflegen – und abwägen.

Zwischen persönlichen Wünschen und ökologischen Folgen.


Unser europäischer Lebensstil beansprucht Ressourcen von 3 Erden. Aber wir haben nur diese eine.


Wie zeigen wir Liebe und Respekt für Mutter Erde?


Wie setzen wir das in Verhalten, Entscheidungen und Aktionen um?


Heute ist der perfekte Tag zum Reflektieren, Entscheiden und Handeln.


Wie geht's Ihnen damit?


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© Annelie Figul

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