Wie verändert sich unsere Kommunikation in unsicheren Zeiten?
- afigul
- 29. März
- 2 Min. Lesezeit
Manche Veränderungen vollziehen sich subtil in unserem Alltag. Wir bemerken sie zunächst vielleicht gar nicht, bis wir plötzlich feststellen, dass sich da etwas entwickelt, das ein irritierendes Gefühl auslöst. Das kann ein Auslöser von außen sein oder aber ich stelle bei mir selbst fest, dass ich meinen Kommunikationsstil verlassen habe.
In unsicheren Zeiten verschiebt sich Kommunikation tendenziell hin zu manipulierender Sprache und vereinfachten Inhalten. Das können wir alle zur Zeit beobachten. Es verschieben sich Grenzen von Toleranz und von Sagbarem im öffentlichen Raum.
Positionen werden radikaler vertreten und nach und nach prägen sie den Diskurs in Talkshows, Social Media bis hin zu Alltagsgesprächen. Komplexe Probleme werden tendenziell vereinfacht und/oder zugespitzt, Inhalte minimiert und Emotionen erhöht bei gleichzeitig steigender Polarisierung und Misstrauen untereinander.
Viele Menschen äußern sich vorsichtiger oder ziehen sich zurück, um sich nicht den emotionalen Reaktionen auszusetzen oder Beziehungen zu riskieren. Dadurch wird der Dialog fragiler und Angst wächst. Das kann zu einer Spirale werden.
Besonders deutlich erkennt man in der Kommunikation die Suche nach den Schuldigen einer Krise und an vielen Appellen, die an uns gerichtet werden. Man erkennt sie an elternhaften Aufforderungen (sollten, müssten), an Verallgemeinerungen und weniger Differenzierung nach Inhalt und Beziehungsqualität. Begleitet sind sie meistens von persönlichen und kollektiven Angriffen auf Andersdenkende. Wir gewöhnen uns bedenklicherweise an Lügen und Täuschungen, an Manipulationen und Intransparenz.
Wie erleben Sie sich mit Ihrer Kommunikation in einer Zeit der Krisen, Kriege und Zukunftsängste? Stellen Sie Veränderungen fest?
Auch wenn wir uns der Gefahren bewusst sind, wird es schwieriger, Sachlichkeit und Eigenverantwortung zu halten. In Dialogen entsteht leichter die Tendenz zur Selbstverteidigung zu Lasten eines wirklich geduldigen Zuhörens und Einlassens auf den/die anderen.
Wenn wir den dialogischen Weg verlassen, erschweren wir auch die Ressourcen, über die wir verfügen, um Lösungen zu finden.
Ich wünsche mir von mir selbst, dass ich den Verführungen widerstehe und gerade jetzt meine Werte lebe und teile und dass es immer mehr Menschen werden, die noch bewusster miteinander kommunizieren.




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